Hanseator

Musik, Fußball und manchmal auch ein bisschen Hansa


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Zu Gast bei „Feinden“ Vol. 2

RB Leipzig – FC St. Pauli 0:1, 23. August 2015

Vierter Spieltag in Liga 3: der F.C. Hansa siegt 1:0 in Osnabrück, und während die Hansaspieler vor und mit dem Gästeblock den Sieg feiern, klingen (inzwischen Ex-)VfL-Trainer Walpurgis wahrscheinlich seine nach dem letzten Spiel beider Vereine im Frühjahr (1:0 für OS) leichtfertig dahingesagten Worte „… weil die Duelle gegen Rostock auch immer Spaß machen …“ in den Ohren. Läuft bei uns. Der Haken an der Sache: Ich bin diesmal leider nicht im Stadion an der Bremer Brücke dabei. Oma feiert in Altenburg ihren 95. Geburtstag, das geht natürlich vor. Ganz ohne Fußball geht es aber auch nicht, und so hatte ich mir schon langfristig ein Ersatzspiel ausgewählt, das zu besuchen mir meine tolerante Familie freundlicherweise gestattete. Weiterlesen


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Mach dein Ding

Udo Lindenberg in Leipzig, 13.06.2014

Sonnabendvormittag, wir brausen auf der A9 nordwärts, plötzlich flackern auf Höhe der Raststätte Köckern vor uns auf allen Spuren Bremslichter, wir legen eine astreine Vollbremsung hin und kommen dank ABS und ausreichenden Sicherheitsabstandes problemlos zum Stehen. Nach einer kurzen Schrecksekunde setzt sich die Blechlawine wieder in Bewegung, im Vorbeifahren sehen wir eine Entenfamilie, die in aller Seelenruhe gerade die Fahrbahn überquert hat. Mutti watschelt vorneweg, als wolle sie sagen „Keine Panik“, und sechs bis acht Küken folgen ihr völlig unaufgeregt. Das bleibt nicht unsere einzige Begegnung der dritten Art – nur wenige Kilometer weiter überfliegt ein Storch in weniger als zwei Metern Flughöhe die Fahrbahn, auch er völlig ohne jedes Anzeichen von Stress oder Gefahrenbewusstsein. Die seit Donnerstag andauernde Regentschaft des Panikpräsidenten über Mitteldeutschland hat zumindest im Tierreich schon mal Früchte getragen. Verwundern kann das uns, die wir am Vorabend Teilnehmer einer gigantischen Party im Zeichen allgegenwärtiger Panik sein durften, natürlich nicht mehr. Weiterlesen


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Immer wieder Probstheida

Zwei Wochen sind nun schon vergangen seit dem Saisonende der 3. Liga. Zwei Wochen ohne Stadionbesuch – das geht gar nicht!

Da traf es sich gut, dass der letzte Spieltag in der Regionalliga Nordost eine sehr spannende Konstellation am Tabellenende bereithielt: Die vor dem Spieltag auf den Plätzen 12 bis 15 noch vom Abstieg bedrohten Mannschaften trafen in zwei direkten Duellen aufeinander. Babelsberg spielte gegen den ZFC Meuselwitz und die U23 von Hertha BSC empfing den 1. FC Lok Leipzig.

Keine Frage, dass natürlich das Spiel in Berlin den größten Reiz ausstrahlte. Für die Leipziger bot sich die vor wenigen Wochen noch unvorstellbare Chance, mit einem Sieg unabhängig vom Ergebnis des anderen Spiels aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu sichern. Weiterlesen


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Unter Bullen

„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert.“ Dieser Satz voller Weisheit vom guten Hannibal Smith kam mir bei der Heimreise am Sonnabend immer wieder in den Sinn, denn irgendwie ist der Ausflug nach Leipzig fast genauso verlaufen, wie ich ihn mir in meiner Vorschau bei hansafans.de ausgemalt hatte (aber eben auch nur fast):

Am besten wäre, wir fahren da hin, sacken einfach ohne großes Getöse einen oder (noch besser) drei Punkte ein und machen uns schnell wieder vom Acker …

Ich habe ja schon des Öfteren Auswärtsspiele des FCH außerhalb der Gästeblöcke verfolgt, die Gründe dafür waren unterschiedlicher Natur, einige Male hätte ich „offiziell“ gar nicht da sein dürfen (Sandhausen, Aue, Düsseldorf, St. Pauli), bei anderer Gelegenheit stand ich mit befreundeten Fans der gegnerischen Mannschaft zusammen (Union). Alle diese Spiele hatten jedoch eines gemeinsam – man konnte sich mal aus eigener Anschauung vom Wahrheitsgehalt persönlicher Vorurteile und Klischees hinsichtlich der Anhänger der jeweils anderen Vereine überzeugen.

Und so sollte auch der Besuch im Zentralstadion nun dazu beitragen, den oft geschmähten Fußballkonsumenten einmal in seiner natürlichen Umgebung zu studieren. Einen Titel für den Bericht hatte ich mir auch schon zurechtgelegt: „Allein unter Bullen“. Aber daraus wurde nichts. Weiterlesen


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Bruce Springsteen in Leipzig

Das Leipziger Zentralstadion – was habe ich dort schon alles erlebt. Große Fußballspiele im Europapokal, Qualifikationsspiele zur WM oder EM oder heiße Leipziger Ortsderbies, die diese Bezeichnung noch verdienten. Als Schüler bin ich noch im Innenraum zu Leichtathletik-Wettkämpfen angetreten. Kurz und gut – es sind sehr schöne Erinnerungen mit dem alten Stadion verbunden. Letztlich hat aber alles seine Zeit, aus den Rängen des alten Stadions wuchs inzwischen eine moderne Arena, deren neuer Name ebenso wenig wie der des aktuellen „Mieters“ in einem Text wie diesem etwas verloren hat.

Bleiben wir also ruhig bei „Zentralstadion“, das nach all dem großen Sport nun Schauplatz meines neunten und (vorerst) letzten Springsteen-Konzertes werden sollte. Ich hatte mir sofort nach Veröffentlichung des Konzerttermins meine Innenraumkarte besorgt, was rückblickend betrachtet etwas voreilig war, denn im Nachhinein wurden immer mal wieder die anfangs sofort vergriffenen Front-of-Stage-Tickets unters Volk gebracht. Na ja, bei der nächsten Tour klappt es bestimmt. Um trotzdem nicht zu weit weg von der Bühne zu stehen, hatte ich mich darauf eingestellt, rechtzeitig am Einlass zu erscheinen. Weiterlesen


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Zurück in die Vergangenheit

Der alljährliche Adventsbesuch bei meiner Familie im heimatlichen Altenburg fiel in diesem Jahr auf ein fußballtechnisch fast perfektes Wochenende. Fast perfekt, weil das Hansaspiel bei den Stuttgarter Kickers „daran glauben“ musste. Andererseits blieb mir so eine sportliche Enttäuschung mit Ansage erspart. Und immerhin hielten die Ansetzungen der unteren Ligen doch Spiele zweier Vereine bereit, bei denen ich in meiner Jugend oft im Stadion war, beide noch dazu so günstig terminiert, dass es gar nicht auffiel, wenn ich zwischen Mittagessen und nachmittäglichem Kaffee mal kurz verschwand. Und so konnte ich sowohl Motor Altenburg als auch den 1. FC Lok mal wieder beehren. Weiterlesen


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Kein Sex mit der Ex

Ich weiß gar nicht, ob ihr es wusstet, aber ich habe nicht mein ganzes Fanleben mit dem FC Hansa Rostock verbracht. Ja, ich habe da tatsächlich eine Leiche im Keller – wer mich näher kennt, weiß sogar ihren Namen. In meinen jungen Jahren besuchte ich regelmäßig die Spiele eines Fußballclubs in meiner Bezirksstadt, sah zahlreiche Oberligaspiele, war bei drei erfolgreichen Pokalendspielen dabei (das letzte übrigens gegen Hansa) und atmete internationale Atmosphäre bei großen Europacup-Schlachten, bevor es mich aus beruflichen Gründen Ende 1987 nach Mecklenburg verschlug, wo ich inzwischen als – je nach Betrachtungsweise – gelungenes oder abschreckendes Beispiel für schleichende Assimilation herhalte. Weiterlesen