Hanseator

Musik, Fußball und manchmal auch ein bisschen Hansa


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Five goals – five points

Belfast 2017, Tag 3 Spieltag

Linfield F.C. – Ards F.C. 5:1, Windsor Park, 18. März 2017

Wann immer ich im Ausland unterwegs bin, versuche ich, ein Fußballspiel zu besuchen. Es ist immer wieder interessant, neue Stadien und eine andere Fußball- und Fankultur vor Ort kennenzulernen. Und das im heimischen Ostseestadion zuletzt mitunter gequälte Auge ist durchaus dankbar für gelegentliche Abwechslung im tristen Drittliga-Alltag. Die Wahl für den Nordirland-Ausflug ist auf einen sehr alten und erfolgreichen Belfaster Club gefallen. Der Linfield F.C. (gegründet 1886) erwartet im heimischen Windsor Park den Ards F.C. (1900) zum Spiel in der NIFL Premiership, der höchsten nordirischen Spielklasse. Weiterlesen


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Träume

Liverpool FC v. Chelsea FC 1:1, Anfield, 31. Januar 2017

Als Kind der 1960er Jahre mit der Schulzeit in den 1970ern erfolgten meine frühen internationalen Weichenstellungen auf sportlichem und musikalischem Gebiet nahezu zwangsläufig: Die erste eigene Schallplatte war „A Collection of Beatles Oldies“ (AMIGA Lizenzausgabe – Danke, Mutti!). Und von meinen frühen Europacup-Abenden sind mir vor allem Spiele von Dynamo Dresden gegen den FC Liverpool im Gedächtnis geblieben. Besonders die Übertragungen der Auswärtsspiele weckten die Sehnsucht, einmal ein Spiel in einem englischen Stadion zu erleben, vorzugsweise natürlich an der Anfield Road. Da trifft es sich gut, dass nur vierzig Jahre später meine erste Kurzreise in diesem Jahr nach Liverpool führt, es können musikalisch und sportlich Haken auf der Liste der Jugendträume gesetzt werden. Weiterlesen


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Witzischkeit kennt keine Grenzen

Man kann über DFB-Funktionäre denken oder sagen, was man will – kreativ sind sie ja, und das nicht nur, wenn originelle Ideen zur Geldbeschaffung und –verteilung, beispielsweise im Zuge von WM-Bewerbungen gefragt sind. Auch und gerade die von sogenannten Verbandskritikern wahlweise als intransparent oder willkürlich verleumdeten Kriterien der Strafbemessung gegenüber „straffällig“ gewordenen Vereinen sorgen häufig für eine Mischung aus Erstaunen und Heiterkeit. Na ja, eigentlich können die Vereine selbst oftmals gar nicht so viel dafür (sprich: dagegen tun), sondern eher Teile ihrer Anhängerschaft, aber wen juckt das schon, schließlich gilt es, Konsequenz und unnachsichtige Härte zu demonstrieren. Oh, großer Deutscher Fußballbund, deine Allmacht wird nur noch von deiner Rätselhaftigkeit übertroffen. Weiterlesen


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One team in Glasgow?

Zweiter Tag, 26. November 2016

Partick Thistle F.C. – Rangers F.C. 1:2, Firhill Stadium

Das Programm des zweiten Tages findet in verschiedenen Gruppen statt: Die Glengoyne Distillery lockt mit Tasting und Speisen, woran sich zwei Drittel der Reisegruppe beteiligen, und im Glasgower Westen rollt der Ball, wobei acht von uns dabei sein werden.

Anstoß ist schon um 12:15 Uhr, also brechen wir ohne unnötige Kunstpausen mehr oder weniger direkt vom Frühstückstisch zum Firhill Stadium auf. Getreu der alten Weisheit „Getrennt marschieren, vereint zuschlagen“ setzen wir uns in zwei Gruppen in Bewegung. Fraktion „Knie“ besteigt zu viert ein Taxi, die restlichen vier nehmen die bereits gestern von mir beschrittene Route mit der U-Bahn, im „Woodside Inn“, dem letzten Pub an der Strecke, werden wir uns wiedervereinigen und noch ein Getränk zu uns nehmen. Weiterlesen


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Höhen und Tiefen

SV Victoria Seelow – F.C. Hansa Rostock U21 5:1, 23. Oktober 2016

Wer vor 1990 in diesem Land – oder, wie wir damals sagten, in „unserer Republik“ – zur Schule gegangen ist und in Geschichte nicht durchgängig geschlafen hat, bekommt sicher schon bei der Überschrift zu diesem Text und dem nachfolgenden Untertitel klingende Ohren. Dazu gleich noch etwas mehr. Für drei Schweriner Hanseaten ist das Gastspiel unserer Zweiten zunächst willkommener Anlass, das Wochenende nach dem grandiosen Triumph in Duisburg am Vortag mit einem entspannten Ausflug ins Oderbruch unter dem Motto „Fußball und Kultur“ gepflegt ausklingen zu lassen. Es wird ein Tag voller Gegensätze, der als Gesamtpaket an Erlebnissen die Tour nach Duisburg sogar noch übertreffen wird. Weiterlesen


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Hanseatour de France 2016 – Spiel 4

England – Wales 2:1, Stade Bollaert-Delelis, Lens, 16. Juni 2016

Mein letztes Spiel bei der Euro 2016 hält noch einmal einen richtigen „Kracher“ bereit. Mit England bekomme ich einen der heimlichen Turnierfavoriten zu sehen und auf den Rängen ist ein stimmungsvolles Duell zu erwarten.

Auch in Lens gibt es kaum stadionnahe Parkmöglichkeiten, also steuere ich zielstrebig einen gut ausgeschilderten P+R-Parkplatz etwa 10 Kilometer außerhalb an. Von dort aus fahren kostenlose Shuttlebusse in die Stadt hinein, ich muss nicht mal meine Eintrittskarte vorzeigen. Zur besseren Orientierung bekommt jeder Mitfahrer noch ein Merkblatt, auf dem sogar die Nummer des Parkplatzes aufgedruckt ist, ich muss nach dem Spiel einfach nur da wieder in den Bus einsteigen, wo ich vor dem Spiel ausgestiegen bin. Klappt beides bestens, soviel kann ich schon mal vorwegnehmen. Weiterlesen


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Hanseatour de France 2016 – Spiel 3

Russland – Slowakei 1:2, Stade Pierre Mauroy, Lille, 15. Juni 2016

Meinen „Ruhetag“ am 14. Juni habe ich mit einem kleinen Besichtigungsrundgang durch die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt von Tournai verbracht, am Nachmittag und Abend schaue ich dann im Hotel ein bisschen EM, schließlich will man ja auf dem Laufenden bleiben. Dank deutscher Programme in der Senderliste erfahre ich so auch die wichtigsten Neuigkeiten aus dem DFB-Quartier, allen voran natürlich der unglaubliche Riesenskandal um gewisse spielbegleitende Aktivitäten des Bundestrainers in der Coachingzone.

Abgesehen davon, dass ich die große Aufregung reichlich albern finde, bin ich angewidert und fasziniert zugleich, mit welcher Professionalität es manchem Journalisten gelingt, puren Voyeurismus hinter einer Maske aus investigativem Interesse und geheuchelter Anteilnahme zu verbergen: „Dieses fiese Video … wie ist das in der Mannschaft besprochen worden? … Wie verärgert ist man …?“ Was für ein erbärmliches Schauspiel, wenigstens findet Lukas Podolski die richtigen Worte. Weiterlesen